EIGENARTIGE ORTE – Entdecken und aufdecken

Von Franziska Becker und Lukas Behrend

Zwei Räume in Gegenwart und Vergangenheit

Natürliche und kulturelle Strukturen formen sich wechselseitig. Das Naturschutzgebiet “Die Reit” mit den Bereichen “Die Hohe” und “Kleiner Brook” hat in seiner historischen Entwicklung eine Vielzahl an Veränderungen erfahren. Mittlerweile ist der ehemals großflächig anthropogen überformte Raum wieder in einen natürlichen Zustand überführt worden. Indes bestehen heute kaum zeitgeschichtliche Anhaltspunkte über die damaligen Landnutzung und eine kausale Beziehung der Entwicklung ist unkenntlich. Anhand von Wegbelag und -saum, der angrenzenden Flur sowie historischen Bedeutung werden die unterschiedlichen Layer des vielseitigen Raumes aufgedeckt.

Was ist ein Naturraum?

Der Charakter eines Naturraums ist durch seine naturbedingten Eigenschaften geprägt. Dazu zählen Faktoren wie Relief, Geologie, Vegetation, Fauna und Klima, wodurch sich besondere Standortausprägungen und -qualitäten ergeben. Wege in diesen Raum stellen eine geringe Barrierewirkung dar und winden sich minder anthropogen beeinflusst durch das Gelände.

Was ist ein Kulturraum?

In einem Kulturraum nehmen anthropogen überprägende Strukturen Einfluss auf den natürlichen Raum. Es handelt sich dabei vorrangig um funktional geformte Landschaften, die in ihrer heutigen und historischen Entwicklung bestimmten Nutzungen dienlich waren. Wege in diesem Raum sind zweckdienlich angelegt und zielen auf menschliche Aktivitäten.

Kartierungsmethodik

Für die Annäherung an das Gebiet wurde eine Kartierungsmethodik entwickelt. Ziel der Kartierung war eine Analyse des Geländes in möglichst breitem Umfang, welche anschließend die Entwicklung des Konzepts befördern soll. Diese basiert zum einen auf der Bewertung von Gewässern gemäß der Wasserrahmenrichtlinie, welche in Form von sogenannten Bändern jeweils eine bestimmte Fläche klassifizieren. Zum anderen orientiert sie sich an den verschiedenen Kategorien, welche für die Klassifizierung des Deutschen Wandersiegels bzw. den Qualitätskriterien für die Premiumwege dieses Siegels verwendet werden. Diese beiden Methoden wurden zusammengeführt, um für die Wege im Gebiet eine Kategorisierung zu entwickeln. Dabei werden der Wegbelag, der Wegsaum und die Flur betrachtet und jeweils in Abschnitten von 50 Metern, wie die Bänder bei den Gewässerböden, einer Kategorie zugewiesen, welche aus den Kategorien der Premiumwege abgeleitet sind. Das Resultat der Kategorisierung ist auf der nächsten Doppelseite ersichtlich, Beispiele auf der übernächsten. Die Farben geben hierbei Auskunft über die jeweilige Kategorie. Grünliche Farbtöne stehen für natürliche Räume und Strukturen, bräunliche Farbtöne für anthropogen stärker beeinflusste Räume und Strukturen.

Ein Blick zurück, ein Blick nach vorne

Natur- und Kulturraum sind in dem betrachteten Gebiet dicht miteinander verwoben. Einerseits durch die Strukturen der Wege und ihren angrenzenden Räumen; andererseits durch die historische Entwicklung der Fläche, welche an einem Ort überzeitlich Kultur- und Naturlandschaft abgebildet hat. Resultat ist ein vielschichtiger und mehrdimensionaler Raum, der verschiedene Erfahrungen und Interpretationen ermöglicht. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Lesbarkeit eingeschränkt und bedarf einer Verbesserung, um die zukünftigen Potentiale aus einem Zusammenspiel von Gegenwart und Vergangenheit erlebbar zu machen.

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