RAUMBILDER – Die Erfassung von Erinnerung

Von Lukas Behrend

Formalisierte Erinnerungen prägen die Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande und bilden unterschwellig deren metaphysisches Rückgrat.

Die Vier- und Marschlande sind nach außen ein Raum voller Natürlichkeit. Indes handelt es sich vor allem um diverse formalisierte Erinnerungen, welche bewusst bzw. unbewusst eingerichtet sind und den Kulturraum definieren. Die anzutreffenden drei Formen formalisierter Erinnerung sind 1. Naturschutzgebiete, als unbewusste Zeugen ehemaligen und existenten Grüns, 2. Denkmäler der Baukultur, als bewusste Zeugen menschlicher Schaffenskraft und 3. die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, als bewusste Zeugin deutscher Gräueltaten. Dabei sind die Grenzen fließend und Übergänge, beispielsweise zwischen Naturschutzgebiet und Agrarfläche, zwischen Baudenkmal und ungeschütztem Bestand, zwischen dem exakten Ort des Holocausts und der davon ausgehenden raumwirksamen Erinnerungsatmosphäre, sind nur schwerlich festzuhalten.

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